
Flying Wings
Flugzeuge sind etwas großartiges. Das dachte ich mir schon als ich jung war. Im laufe des Lebens sah ich viele verschiedene Flugzeuge und Flugobjekte, ob in der App "NameThatPlane", in der Luft, in Zeitschriften, im Fernsehen, in Scince Fiction Filmen oder in Museen wie zum Beispiel in meinem Lieblingsmuseum in Friedrichshafen - Dornier-Museum. Bei allen Flugzeugen sticht ein Nurflügler (in den verschiedensten Ausführungen), mit seiner scheinbaren Einfachheit, heraus und sieht dabei auch noch schnittig aus.
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Ab 2014 fing ich an viel mit dem 3D Programm GoogleSketchUp zu arbeiten. Ich fand dort irgendwann einen Nurflügler im "3D Warehouse" der mir sehr gut gefiel. Ich baute das Modell Digital auseinander, zerschnitt das gesamte Modell und brachte alle Teile flach auf eine Ebene (3D zu 2D Konvertierung).
Als ich 2015 mit meinem Vater in der Bauhausschreinerei auf Holz wartete (für das Klingenberg Projekt), fiel mir eine dunkle Schaumplatte auf. Sie kam mir nicht sonderlich schwer vor und war zudem sehr stabil und biegsam. Ich wollte aus dieser WeißGradNichtDenNamen Platte meinen ersten Flying Wing bauen.
Ich passte mein SketchUp Modell an die neue Plattendicke an (Steckverbindungsgrößen ändern) und setzte die Teile und den Maßstab so, dass alles auf die gekaufte Platte passte. Jetzt brauchte ich nur noch eine CNC Fräse und fertig war das Modell.
Ich fand eine CNC Fräse in der Makerspace Darmstadt e.V. Werkstatt.
Das Fräsen lief natürlich nicht so reibungslos ab wie erhofft, denn wir sind hier auf dem Planet Erde, wo alles immer etwas komplizierter sein muss.
Das unterschiedliche Programme verschiedene Programmcodes haben ist Allgemein bekannt. Bei der Übertragung verschiedener Programme (oder der Konvertierung verschiedener Dateiformate wie zum Beispiel .skp und .stl) enstehen oft Fehler, die sehr fatal sein können. Bei dem A380 Projekt von Airbus führte 2009 ein Konvertierungsproblem zwischen CAD-Software Catia 4 (Hamburg) und Catia 5 (Touluse) dazu, dass viele Kabel mit einer Gesamtlänge von 530 Km pro Flugzeug zu kurz waren.
Ein Versionswechsel von Catia 4 auf 5 mag erstmal nicht problematisch klingen, Catia 4 ist aber in Fortran geschrieben und läuft auf dem Betriebsystem Unix während Catia 5 komplett neu in C++ geschrieben wurde (weitere Infos).
Ich speicherte also mein FlyingWing Projekt von dem 3D Programm SketchUp zu einer 2D Datei ab und lud es in dem WerkstattCNCFräsencomputer hoch. Nach ein paar Fehlerbehebungen, vielen Einstellungen (wo ich freundlicherweise Hilfe bekam) und nach dem Einspannen der Platte auf die Arbeitsfläche, ging es endlich los.
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Als ich die Modellflugzeugteile aus der Platte geknackt habe, war das ein sehr gutes Gefühl von Professionalität, denn ich hatte wie ein eigenes Fertig-Kit hergestellt.
Ich merkte aber schnell beim zusammenkleben der Teile, dass das Model eine viel zu kleine Proportion hatte für das wirklich schwere Gewicht des ganzen Materials. Hätte ich den Wing in die Luft gebracht, hätte ich, übertrieben gesagt, den zwangsläufig starken Motor auch an einen Stein mit kleinen Flügeln hängen können.
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Das Projekt wurde abgehakt unter "falsches Material und Proportionen".
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Als ich in YouTube Leute sah die schöne FPV (FirstPersonView) Wings flogen, die sie meistens selber gebaut hatten, wollte ich auch so ein FPV Wing bauen. Ich suchte erst nach dem passenden Material, denn da gab es viele Möglichkeiten und es sollte schon mal keine SchaumPlatte aus dem Bauhaus werden. Ein paar YouTuber hatten Stiroporplatten aneinander geklebt und mit einem Heißen Draht in die richtige Form geschnitten. Manche verwendeten auch Styrodur, aber was mir am besten gefiel war das für mich neue Material Depron.
Die Herstellung von einem Flügel gefiel mir viel besser als bei allen anderen Materialien, da man eine sehr schöne, hohle Aerodynamische Form des Flügels machen konnte.
Das Material ist leicht, fein strukturiert wie Styrodur und es besitzt eine Biegsamkeit die noch besser ist als bei Styropor. Bevor die 8mm starken Platten brechen, verknicken sie.
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Mit diesem Super Material fing ich nun an den Flying Wing zu bauen. Ich hatte eine Anleitung gefunden wo ein sehr schöner Flügel aus Depron konstruiert wurde. Ich machte den Flügel sehr ähnlich, verlegte die Servomotoren und machte in der Mitte etwas Platz für den Akku, dem ESC und dem Empfänger. Es gab bei den ersten Flügen Probleme mit der Steuerung da die zwei Flaps (die gemischt angesteuert wurden) übersteuert wurden. Die einfache Lösung war den Steuer weg in den Fernsteuerung zu verringern.
Die Leute die schon mal ein RC (RadioControl) Flugzeug ohne genaue Anleitung gebaut haben wissen, dass es meist nicht bei einem Modell bleibt. Man erkennt bei so einem Projekt Fehler oder/und hat Crashs die man in Zukunft nicht mehr haben möchte. Die Technik soll besser angepasst werden auf das vorhandene Flugmodell oder das Flugmodell soll besser angepasst werden auf die vorhandene Technik. Je nach Ausmaß des Projekts verbessert man das was man schon gebaut hat oder man beginnt Projekt 2.0 mit allen Verbesserungen.
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Da es nicht so kompliziert war schöne Flügel zu bauen, baute ich also noch einen kleinen und noch einen größeren Nurflügler.
Der kleine Wing war ein sehr starker schneller Flitzer. Dadurch das er so "OverPowered" war, musste man ihn nicht werfen sonder konnte ihn einfach nach oben richten und Gas geben. Sehr spaßig aber der 10 minütige Spaß wurde genauso flott unterbrochen wie er begonnen hatte.
Der große DeltaWing hatte ein extra großes Rumpfmittelteil, verstärkt mit Alu- und Carbonstangen. Der große Rumpf bot mehr Platz für die beiden in Reihe geschalteten 2S Akkus (1S ist eine Zelle mit 3,7 Volt). Der DeltaWing hatte einen 2700 KV Brushless Motor und lief mit 14,8 Volt. Die Gewichtsverteilung wurde so gewählt, dass auch eine ActionCam im Rumpf platz fand.
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Der Wing hatte beim steuern eine sehr schnelle Roll Bewegung, wobei bei der schnellen Fluggeschwindigkeit alle Bewegungen schnell waren; außer natürlich die YAW Achse, die bei so einem DeltaWing meist nicht existiert. Wollte man eine Yaw Achse haben, würde man Seitenruder in die großen Winglets einbauen oder man müsste irgendwo auf der Tragfläche ein (oder zwei) Seitenruder installieren.
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Der Flieger war ein Erfolg. Durch die hohen Geschwindigkeiten nichts ganz einfach zu fliegen aber ein Erfolg. Mir gelangen sogar gute Landungen, doch früher oder später klatschte er dann doch etwas gewaltsamer zu Boden.
Ich fliege jetzt gerade den Bixler von HobbyKing mit einer ActionCam und LiveBild Video Übertragung.
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FPV (First Person View) fliegen ist damit möglich und macht wirklich großen Spaß.

